„Am Ende wird nicht gefragt, wie groß wir waren, sondern wie sanft wir die Welt berührt haben.“

Unter Wohlwollen versteht man in der Moralphilosophie eine Grundhaltung oder Tugend, die auf das Wohl anderer Menschen gerichtet ist. Der Begriff ist im 16. Jahrhundert als Lehnübersetzung des lateinischen Wortes benevolentia ins Deutsche eingegangen. Wohlwollen beinhaltet Formen einer gütigen Haltung und einer Offenheit gegenüber den Anliegen einer Person, zu der eine kommunikative Beziehung besteht.

Wohlwollen kann sich aber auch nach Innen wenden, wenn es darum geht sich selber anzunehmen. Wohlwollende Betrachtung nach Innen hilft dabei, Stress abzubauen, positive Energie wieder fließen zu lassen und Körper und Geist wieder in den Einklang zu bringen.

Für Immanuel Kant ist Wohlwollen die einzige Primärtugend: „Es ist überall nichts in der Welt, ja überhaupt auch außer derselben zu denken möglich, was ohne Einschränkung für gut könnte gehalten werden, als allein ein guter Wille. Fehle dieser, können alle anderen Tugenden auch äußerst böse und schädlich werden“.

Mit Wohlwollen ist eine Handlung gemeint, die:

  • bewusst und vorsätzlich getan wird
  • selbstlos (altruistisch) auf andere Menschen und nach innen ausgerichtet ist
  • Wohlbefinden und Freude bewirken will
  • wertfrei ist
  • eindeutig und selbsterklärend ist

Wer wohlwollend handelt, verändert das Feld, in dem er steht. Er verwandelt kalte Distanz in Resonanz, Unverständnis in Möglichkeit. Worte, die aus Wohlwollen gesprochen sind, tragen eine andere Schwingung als Worte, die aus Angst oder Stolz geboren werden. Selbst Stille kann freundlich sein, eine Stille, die zuhört statt zu werten. So entsteht durch Wohlwollen eine subtile, aber reale Veränderung der Atmosphäre: ein Raum, in dem Vertrauen atmen kann, in dem Menschen sich sicher fühlen, ihre Masken abzulegen. 

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